Mein Shop

Mein Shop
JoJus Welt auf DaWanda

Samstag, 2. Mai 2015

Muss immer alles perfekt sein? Oder muss immer alles furchtbar sein?




Ein Geschenk für alle Mütter:




Gibt es eigentlich nurnoch Extreme, wenn es ums Mutter sein geht?
Bin ich eigentlich nur eine gute Mutter, wenn ich 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, also immer vor Glück übersprühe?
Oder bin ich eine schlechte, weil ich es bereue Kinder bekommen zu haben?

Ja, ich weiß, das klingt jetzt erstmal komisch, aber ich frage mich das oft.
Wenn ich mich so im Netz, wir leben ja alle mehr oder weniger öffentlich, umschaue, dann finde ich immer öfter Beiträge über die Freuden der Mutter.  Wie unglaublich toll die eigenen Kinder sind, wie sie uns bereichern und welche Freude wir haben.
Dann schaue ich weiter und finde Beiträge zu Themen wie: ich bereue es Mutter zu sein, es ist alles so schrecklich und furchtbar.

Ich frag mich dann oft, was eigentlich schlimmer ist, die Mütter, die so tun, als sei ihr Prinz oder ihre Prinzessin das Licht der Welt. Einfach immer nur alles toll, toll, toll finden.
Oder die Mütter, die klar sagen, es ist alles Mist und das will ich nicht und würde es so nicht nochmal wählen.

Meine Meinung dazu, die ersten sind unehrlicher, die zweiten sehen vielleicht etwas schwarz.

Klar, ich liebe meine Kinder und finde sie toll, aber mir ist bewusst, dass eigentlich alle Eltern ihre Kinder lieben und toll finden. Ich lasse jetzt bewusst Familien, bei denen es nicht funktioniert raus.
Meine Kinder sind etwas Besonderes – FÜR MICH! Jedes Kind ist etwas Besonderes, erst Recht für die Eltern.

Die Gesellschaft drückt uns Müttern irgendwie das Bild auf immer und in jeder Situation 100% perfekt und glücklich sein zu müssen.

Das führt scheinbar bei einem Teil der Mütter dazu, dass sie dies in die Welt hinausschreien und immer zeigen müssen, wie glücklich, zufrieden und toll alles ist.
Gefolgt von Schwangerschaftsbilder, hey guckt mal wie toll!
Babybildern, hey, es ist so schön alles!
Kinderbildern, oh man, wie wundervoll unser Leben ist!
 Ob nun der Rest der Welt den unförmigen Bauch oder das besabberte Baby oder das nasebohrende Kleinkind sehen will, ist hier erstmal egal, denn alle finden das mindestens genauso süüüüüß, wie die Eltern selber.

Der andere Teil, erklärt nun plötzlich, er bereue es Mutter zu sein, alles ist schrecklich, so habe man sich das nicht vorgestellt und man würde es nie wieder so machen. Die Welt mit Kindern ist schwarz, nichts kann man mehr unternehmen und man selber wird aufgefressen. Eine Mutter ist ein niemand.

Sind wir doch alle mal ehrlich zu uns selbst.
Wir haben uns alle schon darüber gefreut, wenn unser Baby richtig schön in die Windel pupst, wir finden es alle irgendwie süß, wenn die Kleinen nach einem Bäuerchen leicht benebelt gucken, wir lieben unsere Kinder und würden unser letztes Hemd für sie geben, denn wir finden sie toll, selbst wenn sie das nicht immer sind und der Nachbar das gleiche von seinen Kindern denkt.

Und sind wir nochmal ehrlich.
Wir sind alle mal genervt, wir wünschen uns alle mal, dass die Kinder doch mal bitte grad ruhig sind, wir träumen doch alle davon mal für einen Tag, ach nur eine Stunde,  an einem Pool zu liegen und bedient zu werden und nichts, garnichts zu hören.

Natürlich hat sich das Leben geändert, wenn ich früher Lust hatte einen Kaffee trinken zu gehen, hab ich es gemacht, egal wann. Wenn ich spontan Lust hatte weg zu fahren, bin ich los und wenn ich keine Lust hatte zu essen, hab ich es gelassen.
Und besonders, wenn ich schlafen wollte, hab ich geschlafen.

Warum erwarten Mütter von sich immer 100% geben zu müssen?
Ich will 100% für meine Kinder da sein, 100% für meinen Partner, 100% für meine Freunde und 100% im Beruf und trotzdem ganz ich bin und auch für mich selber 100% gebe.
Ich frage mich, wie soll das funktionieren? Geht das? Nein!

Ist das vielleicht der Grund, warum immer mehr Frauen es bereuen Kinder bekommen zu haben, immer mehr Frauen sich überfordert fühlen?
Und im Gegenzug immer mehr Frauen meinen, sie müssten allen zeigen, wie sensationell alles Rund um die Mutterschaft ist?

Das Leben ändert sich, sobald ein Kind geboren wird, aber es muss sich nicht immer in ein Extrem schieben.

Ich möchte der Gesellschaft ausrichten, dass auch eine Mutter nicht immer und überall 100% geben muss und kann.

 Ich bin gerne Mutter, ich liebe meine Kinder, aber sie nerven mich oft, ich schaffe es nicht immer 100% zu geben. Nicht immer allen Gerecht zu werden. Aber das muss ich auch nicht.
Meine Kinder können verstehen, wenn ich grad mal keine Lust habe Karten zu spielen, mein Partner muss verstehen, dass ich grad mal keine Lust habe mit ihm bei romantischer Musik und Kerzenschein…., meine Chefin muss verstehen, dass ich eben den Sonderurlaub bei Kinderkrankheit nehmen muss und meine Freunde müssen eben damit leben, dass ich mich mit ihnen zum Kafee bei mir zu Hause treffe und nicht im angesagten Club um 22:30.

Und ich muss verstehen,
dass ich keine schlechte Mutter bin, wenn ich dem Kind sage: Nein, jetzt nicht, ich brauch mal eine Pause.
dass ich keine schlechte Frau bin, wenn ich dem Partner sage: Heute nicht, es war einfach stressig.
dass ich keine schlechte Arbeitnehmerin bin, wenn ich der Chefin sage: Ich kann nicht kommen, mein Kind ist krank.
dass ich keine schlechte Freundin bin, wenn ich sage: Komm doch zum Kaffee zu mir, um 22:30 schlafe ich wohl schon.
Und dass ich leben kann, auch wenn mein Leben, grad von anderen mitbestimmt wird.

Sagen wir der Gesellschaft doch endlich mal: Ich bin gerne Mutter, aber das heißt nicht, dass ich alles lieben muss, was mein Kind macht, alles immer perfekt sein muss und ich nie überfordert sein darf.
Ich bin auch dann gut, wenn ich mal auf Sparflamme laufe und mal richtig genervt bin.

Also Mütter, zurück zur Realität, nicht immer einfach, aber doch meistens ganz schön! Verbünden wir uns und zeigen der Welt, dass wir Mütter liebenswerte Menschen sind!

LG JoJu

#regrettingmotherhood #Kinder #Muttersein #Mutter

Kommentare:

  1. Hallo JoJu,
    :-) was für schöne wahre Worte. Es zauberte mir ein lächeln ins Gesicht!
    Ich bin die Fraktion Überglückliche Mama ;-)
    Hey ja es läuft nun mal alles so wunderbar. Ich / wir genießen es zu 110%.
    Und es stimmt, das es mir schon unangenehm ist, das es so ist!!
    Da frage ich mich auch manchmal ob das noch normal ist so zu denken?!
    So what! Es läuft und das ist doch das wichtigste. Ich vermisse ´noch´ nichts von meinem Leben vor Matilda.
    Liebe Grüße Mama Nadine

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Nadine,
    ich freue mich, dass es bei dir gut läuft.
    Ich persönlich, glaube die wenigsten Menschen bereuen es Eltern geworden zu sein. Es wird Eltern aber leider nicht immer leicht gemacht.
    Und sollte irgendwann mal der Moment kommen, an dem du denkst, wie soll ich das jetzt schaffen, dann weißt du, dass du nicht alleine bist.
    LG

    AntwortenLöschen