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JoJus Welt auf DaWanda

Dienstag, 19. Mai 2015

Die KiTa streikt – Hilfe oder doch nicht?




Also Diplom Sozialpädagogin und Mutter habe ich eine Doppelrolle, ich verstehe beide Seiten, wenn auch die Elternseite nur teilweise, das gebe ich zu.
Hier mal meine Meinung:
Die Elternsicht
Klar, ich muss arbeiten und mein Kind kann nicht in den Kindergarten, das ist erstmal ein Problem. Aber doch keine Riesenhürde.
Ich höre dann oft: Jetzt bekomme ich die Kündigung, danke liebe Erzieherinnen. Ich wüsste gerne, ob es Belege darüber gibt, wieviele Menschen, wegen des Streikes und der damit verbundenen fehlenden Betreuung, tatsächlich die Kündigung bekommen haben. Meine Vermutung, es werden nicht viele sein.
Zunächst, es gibt häufig Notgruppen, ja sicher nicht für jeden an jedem Tag, aber die KiTas, von denen ich höre, die geben ihr Bestes dies gerecht zu verteilen.
Dann, es gibt andere Mütter und Väter, die vielleicht nicht arbeiten oder nicht jeden Tag arbeiten, so kann man sich abwechseln, mal nimmt der eine Kinder, mal der andere.
Ich höre schon wieder das Geschrei:  „Ja, aber ich gebe mein Kind doch nicht einer wildfremden Person.“
Nein, niemand soll sein Kind auf der Straße irgendwem in die Hand drücken, es geht um andere Eltern, die auch Kinder haben, Freunde eurer Kinder. Es lohnt sich also schon in Nichtstreikzeiten mal zu schauen, mit wem das Kind so spielt und wer da so die Eltern sind.
Soziale Kontakte außerhalb der Familie schaden dabei weder dem Kind noch dem Elternteil.
Bei dem einen oder anderen ist vielleicht auch mal die Familie oder kinderlose Freunde bereit einzuspringen, vielleicht ergibt sich ja was.

Ja, so ein Streik ist aus Elternsicht eine Herausforderung und es benötigt Koordination, Kooperation und Absprachen, vielleicht sehen wir das gute darin, wir merken, dass wir als Einzelkämpfer nicht weit kommen werden.
Und für die verbliebenen Tage, kann man sich auch mal Urlaub nehmen und vielleicht das Kind der Nachbarin mit in den Zoo nehmen, weil sie grad arbeiten muss.

Aus Erziehersicht
Ich habe2009 selbst mitgestreikt, ja das hat auch Spaß gemacht, aber ich kenne niemanden, der es toll findet zu streiken.
Letztlich wollen wir alle unseren Beruf ausüben mit allem was dazu gehört.
Das Hauptthema ist immer wieder Geld. Hier werden dann gerne Vergleiche gezogen zum Thema: „Ich bin XY und verdiene viel weniger, die sollten sich was schämen.“
Zunächst, ich finde es auch nicht fair, was andere Berufsgruppen für ein Gehalt bekommen. Ich kann nur sagen: Steht auf und wehrt euch.
Ja, es wird mehr Geld gefordert, was ich nicht unverdient finde, aber es geht um viel mehr.

Es geht um Wertschätzung!

Hört sich blöd an oder? Aber fangen wir mal klein an, freuen wir uns nicht alle über ein „toll gemacht!“?
Hat schonmal jemand darüber nachgedacht, wie selbstverständlich wir es nehmen, dass ErzieherInnen und Sozialpädagogen ihre Arbeit machen?
Hat schonmal jemand darüber nachgedacht, was sie eigentlich alles machen müssen und wie sie arbeiten?
Sie sitzen nicht rum und trinken Kaffee, während die Kinder friedlich 8 Stunden spielen, gehen dann nach Hause und legen die Beine hoch.
Ich bleib mal bei den Erzieherinnen: Hier wird getröstet, gefördert, gesprochen, gespielt, zugehört, Streit geschlichtet,  ins Bett gebracht, gewickelt, umgezogen, angezogen, Feste vorbereitet, Ausflüge organisiert und durchgeführt, Bildungsdokumentationen geschrieben, Elterngespräche geführt, Teamgespräche geführt usw.
Hört sich nach Spaß an, ja, ich finde der Beruf macht Spaß, aber nicht nur. Denn alle diese Dinge müssen auch getan werden, wenn die Kollegin grad krank ist, es in Strömen, regnet und niemand raus kann usw. Es ist nicht nur ein Kind in der Gruppe, es sind viele und oft müssen mehrere Dinge auf einmal getan werden oder direkt hintereinander.

Jeder, der mehr als ein Kind hat und schonmal in der Situation war , das ein Kind sich in der Straßenbahn grad den Kopf gestoßen hat und während man es tröstet, Kind zwei erklärt, es habe nun in die Hose gemacht, der weiß, dass dies Stress ist.
Wie oft sagen wir dafür eigentlich danke?
Ich meine damit nicht, dass eine Erzieherin erwartet, dass sie jeden Tag von jedem Elternteil einen Strauß Rosen bekommt, aber:
Danke, dass sie heute den ganzen Tag mein Kind gut betreut haben und dabei noch 20 andere Kinder.
Danke, dass ich weiß, dass ich ihnen vertrauen kann.
Danke, dass Sie mein Kind gut auf die Schule vorbereiten.
Danke, dass Sie neben all den Kleinigkeiten, die Sie den ganzen Tag machen müssen, immer ein offenes Ohr für mein Kind und mich haben.
Danke, dass ich beruhigt arbeiten gehen kann, weil Sie sich gut um mein Kind kümmern.

Klar, das ist der Job, aber die meisten von uns werden sich an der Supermarktkasse bedanken, an der Hotelrezeption, am Bankschalter usw. – Das ist auch der Job.

Dazu kommt, viele Kolleginnen erhalten befristete Verträge, wissen nicht, wie es weiter geht, müssen sich evtl. Gedanken machen, haben nur Teilzeitstellen, nicht immer, weil sie es so wollen usw.

Die Arbeit wird immer anspruchsvoller, die Gruppen immer größer und ja, die Kinder werden nicht leichter und die Eltern auch nicht.
Oft reicht das Gehalt eben trotzdem nicht zum leben.

Und ja, es wird mehr Geld gefordert, berechtigt, wie ich finde, aber es geht auch um Arbeitsbedingungen und Wertschätzung.
Und wenn jetzt wieder jemand sagt: „Bei mir bedankt sich auch niemand, meine Arbeitsbedingungen sind schlecht und ich verdiene zu wenig.“

Dann steht auf und wehrt euch!

LG JoJu

Montag, 11. Mai 2015

Maaaamiiiii…



 … ist grad auf einer einsamen Insel. Auf der ist es ruhig, sehr ruhig.

Bevor jetzt wieder die ersten Schnappatmung bekommen, ich mag meine Kinder, bin froh, dass sie sprechen können und bin gerne mit ihnen zusammen.

Aber, manchmal zieht das Wort Mami, an meinen Nerven, ähnlich wie beim Arzt, wenn es eine Spritze gibt.
Ich meine, in jeder Situation, egal wo und wie wird „Maaamiii“ gerufen.
Ich weiß noch, wie es war, als mein erstes Kind zum ersten Mal „Mama“
 sagte. Mir ist das Herz aufgegangen, ach wie schön.
Dann ging es schnell los, es kam ein Wort zum anderen und schnell ganze Sätze.

Nur manchmal frage ich mich, muss wirklich jeder Satz mit „Mama“, dekoriert sein?



Ich sitze auf der Toilette (ca. 2 Sekunden) und schon kommt das erste „Mama“, gefolgt von einem Satz, den ich nicht wirklich verstehe.
Ich denke: „Erstmal sagst du nichts.“
„Mama?“
Ich schweige.
„Maamahaa?“
Ich resigniere: „Ja?“
„Mama…“, es folgt wieder dieser Satz.
„Die Mama ist auf dem Klo, bitte ich bin sofort fertig.“
Zwei Sekunden später: „Mamaaa bist du fertig, ich habe jetzt….“

In diesem Moment, verwandelt sich der Wasserhahn in einen Springbrunnen, die Spülung in Meeresrauschen und ich denke, jetzt nur für 2 Minuten auf diese einsame Insel, auf der ich nichts höre…

Dazu sei gesagt, dass ich natürlich vorher brav angemeldet habe, dass ich kurz auf Toilette gehe und keines meiner Kinder in ernsthafter körperlicher oder seelischer Gefahr war, denn dieses „Mama“ schreien, kann ich durchaus einordnen, dann wäre ich mit heruntergelassener Hose raus gesprungen und zu Hilfe geeilt.
Aber, nur um mir zu sagen, dass man grad einen Punkt auf seinen Arm gemalt hat….

Dieses lässt sich tatsächlich in beliebige Situationen kopieren. Ich geh grad die Wäsche hoch holen, ich setz mich kurz hin und guck in die Zeitung, ich telefoniere kurz mit Oma.

Wer  jetzt denkt, soll sie das doch nicht sagen, dass sie kurz irgendwas macht, dem sei gesagt, es gibt bei Kindern einen Radar, sie können sich schön beschäftigen, aber in dem Moment, in dem man sich zwei Minuten aufs Sofa setzt, kommen sie angelaufen und  rufen:

Mami, Mama, Mutti, Maaamaha usw.

Und nur, für die, die denken, warum sollte das nerven?
Ich habe heute Morgen in der ersten Stunde nach dem aufstehen über 30 Mal „Mama“ gezählt.
Stellt euch mal vor, ihr werdet wach und jemand würde ca. alle 2 Minuten euren Vornamen rufen…

Und trotzdem neulich, als meine Kinder mal einen Moment der Ruhe hatten und ich aus dem Nachbargarten ein dauerhaftes:
 Maaammaaa, kannst du mal…
Maaama der Nils hat…
Mamaaaa, kann ich bitte…
Mamaaaa guck mal!
Hörte. Dachte ich: „Schön, es geht nicht nur mir so.“

Plötzlich sagte ein Nachbar weiter: „Oh je, die Arme Mama, die muss ja schon Bald taub sein, die Arme.“
Dachte ich mir, ach so ein Moment der Ruhe ist wirklich schön, aber ohne die süßen Kleinen würde uns auf die Dauer doch etwas fehlen.

Daher bleibt wohl vorerst die Insel, nur in meinen Gedanken und ich versuche auf mindestens jedes zweite Mama, zu reagieren J

LG JoJu

Dienstag, 5. Mai 2015

Ich bin schwanger!



Das  freut mich wirklich von Herzen, aber mich freut auch etwas, dass ich es nicht bin.

Zunächst einmal, ich finde es auch faszinierend und toll, dass in meinem Körper Kinder gewachsen sind. Ich wüsste auch grad nicht, was es unglaublicheres gibt, so rein vom menschlichen Körper her.

Aber ich kann eines wirklich sagen, ich war nicht immer gerne schwanger.

Ich gehörte nicht zu den Frauen, die es unglaublich toll und super fanden schwanger zu sein. Die Quasi immer und immer wieder sprühen vor Glück.
 Also quasi die Positivschwangere schlechthin – "Hey, guckt mal, was ich kann ein Baby wächst in meinem Bauch, total superdupercool oder?"

Ich gehöre auch nicht zu den Frauen, die es ständig schrecklich fanden schwanger zu sein. Die Quasi alles schrecklich finden. Oh nein, mein Bauch wächst, meine Brüste werden schlaff, ich nehme zu.
Also eine Negativschwangere schlechthin – "Hey, seht ihr nicht, wie ich leide, mein Körper ist hässlich."

Ich hatte immer einen Vorteil, wie ich finde, ich bin früh schwanger geworden. Mit Anfang 20. Zu einem Zeitpunkt, da hat in meinem Freundeskreis niemand darüber wirklich nachgedacht.
Ich hatte also den Vorteil unbeschwert an die Sache ranzugehen, ohne große Geschichten von ach wie toll, bis hin zu schrecklich.
Ich hatte auch keine Horrorschwangerschaften, wobei ja immer alles relativ ist.

Schwangere sind schön, ja das stimmt. Viele schwangere Frauen strahlen nach Außen hin. Und jeder Körper verändert sich auf seine individuelle Weise und ist auf seine eigene Art schön.

Aber, es gibt nunmal auch noch andere Dinge, Rund ums schwanger sein und die können ganz schön nerven.
Und mich haben sie genervt. Und am meisten hat mich wirklich genervt, wenn ich mal etwas gestöhnt habe, dass dann so oft als Antwort kam:

Sei froh, dass dein Kind gesund ist.

Einen Satz, den man von da an immer wieder hören wird.

Herrje, natürlich bin ich unglaublich froh und dankbar, dass meine Kinder gesund sind, aber darf ich deswegen nicht mal genervt sein.
Und an all die Eltern, die dies sagen, ich bin mir sicher, ihr seid auch mal von euren Kindern unglaublich genervt gewesen.

So, jetzt aber zu den Schwangerschaftsleiden, die ihr ruhig mal blöd finden dürft.

Ganz am Anfang musste ich stets auf Toilette, ich kam mir vor, wie ein Hund, der sein Revier markieren will und mein Revier war groß. Denn ich konnte quasi keine zwei Schritte gehen, ohne nicht schon wieder nach der nächsten Toilette Ausschau zu halten. Okay, am Ende war das auch wieder der Fall. Wobei, nicht in jeder Schwangerschaft, es gibt also Hoffnung….

Und es zwickte schon ordentlich, die Dehnung der Mutterbänder. Es dehnt sich alles und das, auch wenn es langsam geht, tut weh. Und das darf auch mal gesagt werden. Hey, euer Bauch wird unglaublich gedehnt und eure Organe werden rumgedrängt. Ja, das darf weh tun.

Irgendwann passten mir meine Hosen nicht mehr. Klar, es ist schön, wenn jeder sieht, dass man schwanger ist, weil dann auch jeder Verständnis hat, wenn man mal eben in eine Ecke bricht (ja ich steh dazu, es ist mir passiert), aber ich brauchte Umstandshosen.
Alleine das Wort ist schon etwas speziell, aber irgendwie passend.
Unter Umständen würde ich mir die Kleidung kaufen, aber auch nur dann. Jetzt mal ehrlich, wer entwirft diese Mode? Es war schrecklich. Ich kam mir vor wie eine Kartoffel in einem Kartoffelsack. Okay, ein sehr blumiger Sack, aber ist das hilfreich?

Dann hört man oft, die Haare werden schöner oder die Haut wird schöner.
Ah ja, bitte ihr seid nicht die einzigen, die Haarausfall bekommen oder Pickel. Die Hormone spielen verrückt. Mit dem Körper, der Laune, manchmal glaube ich auch mit dem Umfeld.
Solltet ihr also zu den Frauen gehören, die nicht grad wie ein Model rumlaufen – ihr seid nicht alleine!

Schwangere strahlen eine Ruhe aus und Glück (siehe Oben).
Ja, stimmt, in vielen Momenten, aber ich hab auch geheult, war verzweifelt und völlig unruhig.
Niemand muss immer nur gut gelaunt sein, nur weil er schwanger ist.
 Und jeder darf auch mal richtig wütend sein, weil die ganze Nacht komplett unruhig war, denn die Atemnot wurde vom Sodbrennen abgelöst und dann war das Baby schon wieder wach und strampelte, bis man wieder zur Toilette muss.
Schlaf - Fehlanzeige.

Ich hab kein Wasser eingelagert, das empfand ich schon als Glück, denn wenn ich andere Frauen gesehen habe, die im Winter in Schlappen rumgelaufen sind, weil ihnen keine Schuhe mehr gepasst haben, bequem ist anders.

Und ständige Untersuchungen beim Frauenarzt. Sind wir mal ehrlich, gerne gehen wir nicht dorthin oder? Ich habe einen tollen Arzt, dem ich sehr vertraue und der mich immer gut begleitet hat, auch heute und unschwanger. Dafür einfach mal Danke!
Aber so richtig prickelnd ist es nicht, wenn man ständig untersucht wird. Und wenn man mal ins Krankenhaus muss, weil etwas komisch ist, dann wird man noch mehr und noch öfter und von noch mehr fremden Menschen untersucht. Ja, das ist alles andere, als schön.

Klar, es gab auch immer diese schönen Tage, wenn es gut lief, wenn ich Ruhe hatte, mich auf mich konzentrieren konnte und auf mein Baby, was da in mir heranwächst.
Und ja, von 280 Tagen sind meistens nicht 280 schlecht, vielleicht sogar mehr als die Hälfte gut. Und ich hatte das unglaubliche Glück, dass meine Schwangerschaften alle mit einem gesunden Kind gekrönt waren. Das ist Glück, das ist mir heute noch mehr bewusst, als damals.

Heute, wo ich mit der Familienplanung abgeschlossen habe und viele meine Freundinnen schwanger sind, kann ich nur sagen:
Genießt die Zeit, die gut ist und schreit es auch heraus.
Denkt aber nicht, ihr seid die Einzige, die sich schlecht fühlt. Und wenn ihr euch die ganze Zeit schlecht fühlt, ist das euer Recht.
Denn das heißt ja nicht, dass ihr undankbar seid. Ihr dürft es ruhig auch mal richtig blöd finden schwanger zu sein.

Gebt diese Gefühle des Auf und Abs ruhig weiter, davon kann nur jede Frau profitieren.

Und auch heute noch kann ich sagen, ich hätte wohl deutlich mehr Kinder, wenn die Schwangerschaften nicht wären.
Von den Geburten mal ganz zu schweigen, davon vielleicht irgendwann mehr….


LG JoJu

Samstag, 2. Mai 2015

Muss immer alles perfekt sein? Oder muss immer alles furchtbar sein?




Ein Geschenk für alle Mütter:




Gibt es eigentlich nurnoch Extreme, wenn es ums Mutter sein geht?
Bin ich eigentlich nur eine gute Mutter, wenn ich 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, also immer vor Glück übersprühe?
Oder bin ich eine schlechte, weil ich es bereue Kinder bekommen zu haben?

Ja, ich weiß, das klingt jetzt erstmal komisch, aber ich frage mich das oft.
Wenn ich mich so im Netz, wir leben ja alle mehr oder weniger öffentlich, umschaue, dann finde ich immer öfter Beiträge über die Freuden der Mutter.  Wie unglaublich toll die eigenen Kinder sind, wie sie uns bereichern und welche Freude wir haben.
Dann schaue ich weiter und finde Beiträge zu Themen wie: ich bereue es Mutter zu sein, es ist alles so schrecklich und furchtbar.

Ich frag mich dann oft, was eigentlich schlimmer ist, die Mütter, die so tun, als sei ihr Prinz oder ihre Prinzessin das Licht der Welt. Einfach immer nur alles toll, toll, toll finden.
Oder die Mütter, die klar sagen, es ist alles Mist und das will ich nicht und würde es so nicht nochmal wählen.

Meine Meinung dazu, die ersten sind unehrlicher, die zweiten sehen vielleicht etwas schwarz.

Klar, ich liebe meine Kinder und finde sie toll, aber mir ist bewusst, dass eigentlich alle Eltern ihre Kinder lieben und toll finden. Ich lasse jetzt bewusst Familien, bei denen es nicht funktioniert raus.
Meine Kinder sind etwas Besonderes – FÜR MICH! Jedes Kind ist etwas Besonderes, erst Recht für die Eltern.

Die Gesellschaft drückt uns Müttern irgendwie das Bild auf immer und in jeder Situation 100% perfekt und glücklich sein zu müssen.

Das führt scheinbar bei einem Teil der Mütter dazu, dass sie dies in die Welt hinausschreien und immer zeigen müssen, wie glücklich, zufrieden und toll alles ist.
Gefolgt von Schwangerschaftsbilder, hey guckt mal wie toll!
Babybildern, hey, es ist so schön alles!
Kinderbildern, oh man, wie wundervoll unser Leben ist!
 Ob nun der Rest der Welt den unförmigen Bauch oder das besabberte Baby oder das nasebohrende Kleinkind sehen will, ist hier erstmal egal, denn alle finden das mindestens genauso süüüüüß, wie die Eltern selber.

Der andere Teil, erklärt nun plötzlich, er bereue es Mutter zu sein, alles ist schrecklich, so habe man sich das nicht vorgestellt und man würde es nie wieder so machen. Die Welt mit Kindern ist schwarz, nichts kann man mehr unternehmen und man selber wird aufgefressen. Eine Mutter ist ein niemand.

Sind wir doch alle mal ehrlich zu uns selbst.
Wir haben uns alle schon darüber gefreut, wenn unser Baby richtig schön in die Windel pupst, wir finden es alle irgendwie süß, wenn die Kleinen nach einem Bäuerchen leicht benebelt gucken, wir lieben unsere Kinder und würden unser letztes Hemd für sie geben, denn wir finden sie toll, selbst wenn sie das nicht immer sind und der Nachbar das gleiche von seinen Kindern denkt.

Und sind wir nochmal ehrlich.
Wir sind alle mal genervt, wir wünschen uns alle mal, dass die Kinder doch mal bitte grad ruhig sind, wir träumen doch alle davon mal für einen Tag, ach nur eine Stunde,  an einem Pool zu liegen und bedient zu werden und nichts, garnichts zu hören.

Natürlich hat sich das Leben geändert, wenn ich früher Lust hatte einen Kaffee trinken zu gehen, hab ich es gemacht, egal wann. Wenn ich spontan Lust hatte weg zu fahren, bin ich los und wenn ich keine Lust hatte zu essen, hab ich es gelassen.
Und besonders, wenn ich schlafen wollte, hab ich geschlafen.

Warum erwarten Mütter von sich immer 100% geben zu müssen?
Ich will 100% für meine Kinder da sein, 100% für meinen Partner, 100% für meine Freunde und 100% im Beruf und trotzdem ganz ich bin und auch für mich selber 100% gebe.
Ich frage mich, wie soll das funktionieren? Geht das? Nein!

Ist das vielleicht der Grund, warum immer mehr Frauen es bereuen Kinder bekommen zu haben, immer mehr Frauen sich überfordert fühlen?
Und im Gegenzug immer mehr Frauen meinen, sie müssten allen zeigen, wie sensationell alles Rund um die Mutterschaft ist?

Das Leben ändert sich, sobald ein Kind geboren wird, aber es muss sich nicht immer in ein Extrem schieben.

Ich möchte der Gesellschaft ausrichten, dass auch eine Mutter nicht immer und überall 100% geben muss und kann.

 Ich bin gerne Mutter, ich liebe meine Kinder, aber sie nerven mich oft, ich schaffe es nicht immer 100% zu geben. Nicht immer allen Gerecht zu werden. Aber das muss ich auch nicht.
Meine Kinder können verstehen, wenn ich grad mal keine Lust habe Karten zu spielen, mein Partner muss verstehen, dass ich grad mal keine Lust habe mit ihm bei romantischer Musik und Kerzenschein…., meine Chefin muss verstehen, dass ich eben den Sonderurlaub bei Kinderkrankheit nehmen muss und meine Freunde müssen eben damit leben, dass ich mich mit ihnen zum Kafee bei mir zu Hause treffe und nicht im angesagten Club um 22:30.

Und ich muss verstehen,
dass ich keine schlechte Mutter bin, wenn ich dem Kind sage: Nein, jetzt nicht, ich brauch mal eine Pause.
dass ich keine schlechte Frau bin, wenn ich dem Partner sage: Heute nicht, es war einfach stressig.
dass ich keine schlechte Arbeitnehmerin bin, wenn ich der Chefin sage: Ich kann nicht kommen, mein Kind ist krank.
dass ich keine schlechte Freundin bin, wenn ich sage: Komm doch zum Kaffee zu mir, um 22:30 schlafe ich wohl schon.
Und dass ich leben kann, auch wenn mein Leben, grad von anderen mitbestimmt wird.

Sagen wir der Gesellschaft doch endlich mal: Ich bin gerne Mutter, aber das heißt nicht, dass ich alles lieben muss, was mein Kind macht, alles immer perfekt sein muss und ich nie überfordert sein darf.
Ich bin auch dann gut, wenn ich mal auf Sparflamme laufe und mal richtig genervt bin.

Also Mütter, zurück zur Realität, nicht immer einfach, aber doch meistens ganz schön! Verbünden wir uns und zeigen der Welt, dass wir Mütter liebenswerte Menschen sind!

LG JoJu

#regrettingmotherhood #Kinder #Muttersein #Mutter

Ich ändere meinen Blog, denn alles neu macht der Mai

Hallo Zusammen,

in den letzten Tagen habe ich mir oft Gedanken dazu gemacht, wie es hier weiter geht.
Ich habe meinen kleinen aber feinen DaWandashop und meine Facebookseite
Der Blog kommt oft etwas kurz und so richtig mag ich auch nicht immer an drei Stellen das gleiche zeigen.

Daher habe ich mich dazu entschlossen, den Blog als Blog weiter zu führen. Es soll aber nicht mehr primär ums nähen gehen. Ich möchte euch ehrliche Geschichten und Gedanken Rund ums Mutter sein, Familienleben und Leben überhaupt schreiben.

Natürlich aus meiner Sicht, aber es würde mich freuen, wenn ich auch eure Sicht zu meinen Themen finde.

Wie ist die Realität? Muss ich mich schämen, wenn ich nicht so strahle, wie in den Büchern?
Muss ich direkt immer alles verteufeln, wenn es mal nicht perfekt läuft?

Ich denke der Anfang wird schwer, aber ich will versuchen hier immer wieder mehr zu schreiben.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mitmacht, gerne teilt, gerne kommentiert, gerne auch sagt, wenn ihr etwas völlig anderes seht.

Ich freue mich auf mehr Austausch.

Alles neu macht der Mai :)!





Und gleich geht es schon los!

LG JoJu